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Stärkung des Innovationspotentials im Nordwesten

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Evangelisches Krankenhaus Oldenburg und Hörzentrum Oldenburg GmbH gründen „Klinisches Innovationszentrum für Medizintechnik in Oldenburg“ (KIZMO)


<Oldenburg, 30.10.2015> Innovationen in der Medizintechnik benötigen teilweise Jahrzehnte, um von der ersten Idee bis zur breiten Anwendung bei Patienten zu gelangen. Manch gute Idee kommt gar nicht erst so weit, weil die Entwicklung zu einem Medizinprodukt so kostenintensiv ist, dass besonders kleine und mittlere Unternehmen die Risiken scheuen. Durch die regulatorischen Voraussetzungen wird bei der Entwicklung von Medizinprodukten die Sicht der zukünftigen Anwender (d.h. Ärzte und Klinikpersonal) oft zu spät oder nur rudimentär berücksichtigt. Als Folge sind innovative Ideen in der Anwendung unter Umständen noch so unausgereift, dass die entsprechenden Produkte sich nicht durchsetzen können oder erst nach einer Überarbeitung am Markt erfolgreich sind. Der Entwicklungsprozess von Medizintechnologie kann also, insbesondere durch die frühe Einbindung von Ärzten und Klinikpersonal, effizienter gestaltet werden.


Um dieser insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen zunehmenden Herausforderung zu begegnen, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in seinem Programm „Industrie-in-Klinik-Plattformen“ dazu aufgerufen, Konzepte zur Verbesserung des Entwicklungsprozesses von Medizinprodukten zu entwickeln. Als einer der Gewinner dieses Wettbewerbs wurde das „Klinische Innovationszentrum für Medizintechnik in Oldenburg“ (KIZMO) zur Förderung ab September 2015 ausgewählt. Das KIZMO wird gemeinsam vom Evangelischen Krankenhaus Oldenburg und der Hörzentrum Oldenburg GmbH betrieben und hat sich das Ziel gesetzt, die Effizienz bei der Entwicklung von Medizinprodukten zu erhöhen.


Zu diesem Zweck etabliert das KIZMO ein Dienstleistungsangebot, um eine systematische und anwendungszentrierte Entwicklung von Medizinprodukten im klinischen Umfeld zu ermöglichen.  Prof. Dr. Hubert Löwenheim (HNO-Heilkunde), Prof. Dr. Thomas Kretschmer (Neurochirurgie) und Dr. Rüdiger Schönfeld (Phoniatrie)  bringen ihre fachärztliche Expertise in die initial fokussierten Bereiche des KIZMO (Audiologie, Phoniatrie, HNO-Heilkunde und Neurochirurgie) ein. "Wir als klinisch tätige Ärzte sind oft bei der Forschung und  Entwicklung von Medizinprodukten beteiligt. Das KIZMO bietet jetzt die Möglichkeit, diese Prozesse zu intensivieren und zu systematisieren", so Prof. Dr. Thomas Kretschmer. Im Bereich Clinical User Centered Design (CUCD) bietet das KIZMO neben Innovationsworkshops, Marktforschung, Start-up Beratung und Bedarfsanalysen auch Forschung & Entwicklung sowie Evaluationsstudien an.


Um das umfassende Angebot an Dienstleistungen zeitnah anbieten zu können, arbeitet das KIZMO eng mit der HörTech gGmbH, der Universität Oldenburg und der EFNW GmbH zusammen, die das Innovationszentrum mit ihrem Know-how in den Bereichen Forschung & Entwicklung, Translation, Innovationsmanagement und Entrepreneurship unterstützen.


In den ersten zwei Monaten wurden die Aufnahme des Geschäftsbetriebs des KIZMO und die Gründung der KIZMO GmbH vorangetrieben.  Auch erste Messebesuche und Kontakte zu potentiellen Kunden haben bereits stattgefunden. „Wir sind zuversichtlich, dass wir noch in diesem Jahr die ersten Aufträge bearbeiten können“, berichtet Dr. Michael Buschermöhle, der Ideengeber des Projekts. Dr. Markus Meis, der Usability-Studien im Bereich der Hörsystemtechnologie im Hörzentrum leitet, verspricht sich "eine Ausweitung bisheriger Geschäftsfelder auf weitere Anwendungsgebiete im Bereich der Medizintechnik".      

    
Das KIZMO wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, Förderinitiative „Industrie-in-Klinik-Plattformen“, Förderkennzeichen 13GW0141. Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten im Internet unter www.KIZMO.eu und www.medizintechnologie.de.

Foto: Das KIZMO-Team (von links nach rechts: Viktor Sommer, Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier, Dr. Michael Buschermöhle, Armin Sülberg, Dr. Markus Meis, Dr. Martin Holi, Dr. Rüdiger Schönfeld, Prof. Dr. Alexander Nicolai, Prof. Dr. Hubert Löwenheim, Prof. Dr. Thomas Kretschmer, Thomas Schmidt und Sebastian Quirandt).